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Presseberichte 2004

Der Warnemünder, Ausgabe 03-2004

Klaashahns - Eisenten und Name des Warnemünder Shantychores

Es gab Zeiten, da verkauften die Warne-münder Fischer nicht nur Fisch, sondern aus der Not heraus auch Federvieh. Nicht dass sie neben ihren Netzen auch eine Flinte an Bord gehabt hätten, nein, jene Enten-Gattung blieb oft so lange unter Wasser, dass sie vor den Netzen der Fischer nicht sicher war.

Die Warnemünder nannten die Vögel Klaashahns, weil sie zur "Niklaastied" - zur Nikolauszeit - in der seichten Bucht vor Warnemünde überwinterten und weil der Mecklenburger alles Federvieh "Hahn" nennt. Die Ente im Netz war etwas Besonderes und schmeckte den Warne-mündern. Sie dachten sich: Was uns schmeckt, das schmeckt vielleicht auch den Rostockern und priesen die Enten auch auf Rostocker Fischmärkten an. Den Rostockern schmeckten die Enten ebenfalls. Dennoch machten sie sich über die Warnemünder lustig und gaben ihnen den Spottnamen "De Klaashahns".

Auch die Seeleute zu Zeiten der Segel-schifffahrt, wenn sie sich als Warnemünder zu erkennen gaben, wurden überall "Klaashahns" genannt.
Die Bewohner von Warnemünde nahmen es mit Humor - damals wie heute - und als sich eine kleine Shantygruppe, die sich im Jahre 1963 aus 8 jungen Warnemünder Seglern zusammengefunden hatte, einen Namen suchte, nannten sie sich im Gedenken an die Vorfahren und deren hartes Leben "De Klaashahns".

Der erste öffentliche Auftritt der Sänger fand am 7. Mai 1964 im Warnemünder Veteranenclub mit großem Erfolg statt. Rundfunk und Fernsehen wurden bald auf die Shantygruppe aufmerksam.
Der Shantychor "De Klaashahns" entstand und hat sich in den 40 Jahren zu einem über das Land hinaus bekannten Chor entwickelt.
Neben zahlreichen Auftritten in unserer Region u.a. bei den traditionellen Shanty-chortreffen in Warnemünde, den Heimat-festen in Mecklenburg-Vorpommern sowie maritimen Veranstaltungen in ganz Norddeutschland hat der Chor im Laufe der 40 Jahre seines Bestehens mehrfach Reisen ins europäische Ausland unternommen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Konzert-Reise nach Chicago in den USA im Jahre 2001.

Im Jubiläumsjahr des 40-jährigen Bestehens veranstalten "De Klaashahns" eine Reihe von Jubiläums- und Festkonzerten, zu denen wir alle Warnemünder und ihre Gäste recht herzlich einladen.



Nachrichten aus Rostock und Umgebung vom 22. Januar 2004

De Klaashahns trauern um "Jule"

Dietrich Zager war einer der Mitbegründer des Shantychors
Einen guten Freund verloren haben die Warnemünder Klaashahns. Dietrich
Zager, den die Shantysänger "Jule" nannten, starb wenige Tage vor seinem 72.
Geburtstag am 9. Januar. Jule, so sagt Vereinsvorsitzender Rolf Wendt, war
einer von acht Mitbegründern des Shantychors "De Klaashahns" vor fast 40
Jahren.

Der Tischler, der als junger Mann von Kolberg nach Warnemünde gekommen war
und der in den Warnow-Holzwerken Arbeit fand, war auch ein
leidenschaftlicher Segler und Sänger. Er war dabei, als die Warnemünder
Seesegler mit der Rostock die DDR-Meisterschaften gewannen, und er gehörte
zu jenen, die ab 1963 in der Shantygruppe der BSG Motor Warnowwerft sangen.
Später, unter der musikalischen Leitung von Dietmar Bellmann, als es möglich
wurde, Stimmgruppen aufzubauen, war Jule die größte Stütze der zweiten
Stimme. Ob bei Proben oder Auftritten, mit dem ihm eigenen Humor hielt er
seine Klaashahns oft bei Laune und legte in schwierigen Situationen immer
den Vorwärtsgang ein, wie Rolf Wendt sagt. Leider, so bedauert er, konnte
Jule ab 1996 nicht mehr im Shantychor singen, denn eine schwere
Herzkrankheit machte ihm zu schaffen. Lange hat er auch gegen den Krebs
angekämpft, bevor er seine Augen schloss.

Am 3. Februar um 11.30 Uhr werden De Klaashahns Dietrich Zager auf dem
Warnemünder Friedhof die letzte Ehre erweisen und sich von ihm mit zwei
Liedern verabschieden. "Auch wenn ich einen Freund verloren habe, die
Erinnerung an viele gemeinsame Erlebnisse bleibt", sagt Rolf Wendt.


 

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