Shantychor "De Klaashahns" und seine Geschichte
Dat gifft veeles to vertell'n


Der Shantychor „De Klaashahns“ ist dem Heimatort Warnemünde bereits seit 1964 eng verbunden. Viele Warnemünder sind heute davon überzeugt, dass der Shantychor aus dem kulturellen Leben in ihrem Ort nicht mehr wegzudenken ist. Er gehört inzwischen zu Warnemünde wie der Alte Strom, die Fischkutter und der Leuchtturm.
Bei näheren chronologischen Betrachtungen wird außerdem deutlich, dass der Chor über die Jahre seines Bestehens stets bemüht war, alle Attribute scheinbar überholter Werte aufrecht zu erhalten.

Dass sich 1963 acht junge Warnemünder Segler zusammenfanden, um die Abende gemeinsam mit dem Singen von Seemannsliedern und Shantys zu verbringen, wurde zu einer nachhaltigen Entscheidung, die keiner der Beteiligten zur damaligen Zeit wohl vorausgesehen hatte.
So manch einer träumte sicherlich auch in den Gründerjahren von den Weiten der Ozeane und von der Freiheit auf den Meeren. Unerfüllte Sehnsüchte stillte man oftmals mit dem Gesang von Shantys und maritimen Liedern.
Acht Segler, darunter auch die Brüder Uwe und Kurt Jahnke, empfanden jedoch schnell Freude am Singen und noch mehr daran, anderen mit ihren Liedern eine Freude zu bereiten. Es wurde danach auch ein Grundanliegen des Chores, das bis heute bewahrt wird und wohl auch ein Garant für den Publikumserfolg war und ist. Trotzdem wurde ihr Wirken nicht nur Dienstleistung, sondern es blieb Passion.

1964 sahen sich die Männer veranlasst, sich zu einem Shantychor zu formieren und diesem den Namen "De Klaashahns" zu geben, einen Namen, mit dem in früheren Zeiten die in Armut lebenden Warnemünder Fischerfrauen zu Unrecht verspottet wurden, weil sie die Eisente (Klaashahn) auf dem Rostocker Markt zum Verkauf anboten. Bis heute tragen die Chormitglieder diesen Namen mit Stolz im Gedenken an die Vorfahren.
Hochachtung und Respekt gilt daher all denen, die sich dem Gesang, dem Chor und seinem Namen verpflichtet sehen.
Sie geben damit nicht nur ihre Stimme dem Chor, sondern auch der Gemeinschaft, denn zu einem Chorgesang wird eine singende Stimme nur gemeinsam mit Gleichgesinnten. Und diese Gleichgesinnten sind für jedes Chormitglied oftmals wichtig - sie helfen selbst in schwierigen persönlichen Situationen, helfen Leid und Schmerz zu vergessen und geben Kraft für Pflichten des Alltags. Man lernt aufeinander zu hören, und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn wer beim Singen nicht auf den anderen hört, verhindert den Chorklang. In den zurückliegenden Jahren hat der Shantychor mit Hilfe des Gesanges damit mehr ausgedrückt und ausgerichtet, als mit Worten zu sagen wäre. Als der Chor vor 50 Jahren gegründet wurde, hatte traditionelle Kultur im gesellschaftlichen Leben bei vielen Menschen noch einen anderen Stellenwert. Damals wurde der Chorgesang noch ganz anders unterstützt und gefördert. Jetzt, da Kommerz und Geld maßgeblich eine Rolle spielen, fällt es nicht leicht, das Vereinsleben in Gang zu halten und damit den traditionellen Liedern Gehör zu verschaffen.
Mit Stolz kann man jedoch feststellen, dass die Chorgemeinschaft sich weiterhin verpflichtet sieht, die Freude am Gesang gegenüber ihrem Publikum zu erhalten. Sie kann dabei auch auf die Unterstützung ihrer Partner bauen, denn ihr "Hobby" hat auch immer eine mehr oder weniger starke Rückwirkung auf die eigene Familie. Immerhin sind es jährlich 70 bis 80 Auftritte, die der Chor nicht nur in der näheren Umgebung, sondern auch bei weit entfernten Orten zu absolvieren hat. Außerdem hatte der Chor mehrmals Auftritte im Ausland, wie in der damaligen Sowjetunion, in Polen, in der Tschechei, in Frankreich, in den USA, in Österreich, in Dänemark und Schweden. Für seine musikalischen Leistungen und seine Traditionspflege wurde der Chor mehrmals ausgezeichnet, wie u.a. dreimal als "Hervorragendes Volkskunst-kollektiv", als "Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv", mit dem "Kulturpreis des Bezirkes Rostock", mit dem "Kulturpreis der Stadt Rostock" sowie mit dem "Stiftungstaler in Gold der Hanseatischen Bürgerstiftung".
Aber es bleibt doch immer wieder die Frage offen: Wie lange wird sich der Bestand der Chorgemeinschaft noch mit neuen Chormitgliedern regenerieren können? Damit der Chor jedoch wegen Überalterung und fehlendem Nachwuchs nicht stirbt, wird bereits darüber nachgedacht, wie jüngere Menschen durch eine Erweiterung des Repertoires mit moderneren Liedern zukünftig am Chorgesang interessiert werden können.

Die Klammer zwischen Tradition und Moderne herzustellen, wird dabei die Herausforderung für die Zukunft sein. Ein Patentrezept gibt es jedoch dafür nicht. Der Chor wird mit seiner musikalischen Qualität, einem der Zeit angepassten Programm und einem ansprechenden Outfit die jüngere Generation umwerben müssen.
Vor allem wünscht man sich jedoch weiterhin motivierte Sänger, denen auch in Zukunft nie die Stimme versagen möge, und ein glückliches Händchen bei der Liederauswahl, damit der eigene Spaß am Singen erhalten bleibt und trotzdem die Erwartungen des Publikums sich erfüllen.


Nieger Ümgang
Warnemünder Woche 2016


Chorleitung

Eberhard Trost
1. Vorsitzender
Lutz Benesch
Schatzmeister
Klaus Papenfuß
Musikalischer Leiter

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Adresse

Shantychor " De Klaashahns" e.V. Ostseebad Warnemünde
PF 301038
18111 Rostock- Warnemünde
0159-01118183
info@klaashahns.de
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